"Syphilis" in Schleswig-Holstein

Maisanbau - die Syphilis der Landwirtschaft
Maisanbau - die Syphilis der Landwirtschaft

Der Mais ist aufgelaufen und wartet jetzt auf den Feldern in schier endlosen Reihen - zur Freude der chemischen Industrie - auf Spritzungen und Düngung. Für den Maisanbau wurde daher in den 70er Jahren von Kritikern einer umweltschädlichen Land-wirtschaft die Bezeichnung "Syphilis der Landwirtschaft" geprägt.

 

Infolge der sog. Energiewende hat sich der Maisanbau noch beträchtlich ausgeweitet und nimmt in Schleswig-Holstein gegenwärtig etwa 19 % der landwirtschaftlichen Fläche ein. Das sind mehr als 190.000 ha, wovon die Hälfte der Biogasgewinnung, die andere zur Viehfütterung in der Intensivhaltung dient (mit der Folge der Gülleproduktion, die wiederum auf Maisäckern ausgebracht wird). Beides stinkt.

 

In Abwandlung des Filmtitels von 1959 "Und ewig singen die Wälder" (nach einem erfolgreichen Roman des norwegischen Schriftstellers Trygve Gulbranssen) kann man hier treffend sagen:

 

 

"Und ewig stinken die Felder!"

 

Im Vergleich zu den 190.000 ha Mais in Schleswig-Holstein beträgt die Waldfläche jedoch nur 155.000 ha. 

Somit gibt es im Urlaubsland Schleswig-Holstein inzwischen deutlich mehr Maisäcker als Wälder!

 

 

 

Nachtrag:
"Das Thema Vermaisung im öffentlichen Diskurs" - Artikel in der Zeitschrift für Agrarpolitik und Landwirtschaft (Band 91, Heft 2, August 2013), die vom Bundeslandwirtschaftsministerium herausgegeben wird.