Strukturelle Ähnlichkeit zwischen Puff und Politik

Bundesregierung stoppt Wissenschaftliches Jahrbuch:

Im Wissenschaftlichen Jahrbuch der Katholischen Hochschule Maria Hilf in Regensburg, das alljährlich Anfang September erscheint, wollte in diesem Jahr (2013) der international angesehene Wissenschaftler und Professor für Experimentelle Soziologie Dr. Dr. h.c. Heribert Findeysen Forschungsergebnisse publizieren, denen im Hinblick auf die gegenwärtige Politik eine hohe Bedeutung zukommt. Doch die Bundesregierung hat dagegen interveniert.

 

Der seit 2 Jahren emeritierte Professor, der sich selbst als „christianisierten Alt-68er“ bezeichnet, hat bei seinen fast 40-jährigen Forschungen über die Organisation sozialer Systeme herausgefunden, daß einige gesellschaftliche Strukturen "die starke Tendenz zu parasitärem Wachstum haben". Ihre hervorstechenden Merkmale sind Selbststabilisierung durch tumorartige Ausdehnung, Unterdrückung anderer Strukturen, Einschränkung der menschlichen Freiheit und der Kreativität.

Während Professor Findeysen sich bisher vor allem mit den Systemen Kirche, Banken und Bürokratie beschäftigt hat, vergleicht er in seiner aktuellen Studie die Organisationsformen von Politik und Prostitution. Durch persönliche Feldforschung und durch narrative Interviews mit repräsentativen Vertretern beider Bereiche kommt er zu dem Schluß, daß die beiden Systeme heute nach sehr ähnlichen Prinzipien und Mechanismen funktionieren.

Nach Findeysen kann das jeder Laie bereits daran erkennen, wenn er einmal "Begriffe für politische Systemkomponenten, wie etwa Politiker, Partei, Interessenverband, politischer Vortrag u. a., durch Bezeichnungen aus einem normalen Bordell ersetzt, wie etwa Hure, Zuhälter, Kunde, Oralsex oder Puffmutter“.

Laut der uns als Manuskript vorliegenden Studie würde in beiden Bereichen das meiste „im Dunkeln geschehen“. Kunden und Lobbyisten „möchten in der Regel nicht öffentlich erkannt werden". Sowohl Politiker wie auch Huren verdienten ihr Geld mit der "wohl dosierten Reibung" mit anderen Personen, würden häufig „versprochene Leistungen nur lustlos erbringen oder gar vortäuschen“ und vom Kunden für besondere Dienstleistungen extra belohnt". Zum Beispiel seien honorarpflichtige Vorträge (z. B. beim Spielhallenverband) der politische „Oralverkehr“ und sehr beliebt, während der "Straßenstrich" nicht so einträglich sei. Besonders anspruchsvolle und zahlungskräftige „Spezialkunden suche man sogar zuhause, auf der privaten Segelyacht oder im Ferienhaus auf" und „gewähre ihnen Spezialservice ohne Zeitdruck". Derartige Beziehungen würden manchmal über Jahre Bestand haben ("Stammkunden"), wofür später noch manches "in den Hintern geblasen" werde. Manchmal würden Freunde und Familienangehörige mit ins Geschäft einbezogen. Parteien würden wie Zuhälter mit Zwang (sog. Fraktionszwang) darüber wachen, daß kein Abgeordneter „fremdgeht“ usw. In beiden Bereichen gäbe es insgesamt mehr Schein als Sein".

 

Im persönlichen Gespräch wollte sich Professor Findeysen gegenüber unserem Redakteur nicht dazu äußern, ob die Bezeichnung der Bundeskanzlerin als “Mutti” ein Indiz dafür sei, daß auch einige Abgeordnete der CDU/CSU die Problematik schon intuitiv erfaßt hätten. Findeysen kritisiert jedoch scharf den Gebrauch des Wortes „Mutter“ in beiden Bereichen, der deutlich mache, wie gesellschaftlich positiv besetzte Begriffe rücksichtslos sowohl von Politik wie von Rotlichtszene mißbraucht würden.

 

Die Ergebnisse der Studie, von denen wir hier leider nur wenige Beispiele veröffentlichen können, sind indes so brisant, daß die Bundesregierung den Rektor der Hochschule aufgefordert hat, das Jahrbuch auf keinen Fall mehr vor der Bundestagswahl zu veröffentlichen. Der Artikel dürfe dann überhaupt – weil unmittelbare Sicherheitsinteressen Deutschlands berührt würden – nur nach deutlicher Kürzung und Überarbeitung publiziert werden. Das Innenministerium hat im Auftrage des Kanzleramtes dazu umgehend einen geheimen Krisenstab einberufen sowie die Mitglieder des Sicherheitsausschusses gebeten, einige vertrauenswürdige Personen aus der persönlichen Verwandtschaft der Mitglieder zu benennen, die auf Kosten des Auswärtigen Amtes zwecks Beratung zu einschlägigen Experten nach Italien gesandt werden könnten. 

 

 

Aktueller Nachtrag:

Wie wir gerade von unserem Gewährsmann in einem Berliner Erotik-Club nahe dem Bundestag erfahren, will jetzt der Verband Deutscher Zuhälter gGmbH einen Auftrag in sechsstelliger Höhe an eine im Corporate Design erfahrene Agentur vergeben, um für die breite Öffentlichkeit ausarbeiten zu lassen, wo es doch noch ein paar wichtige Unterschiede zwischen Puff und Politik gibt. Offenbar möchte man nicht, daß das grassierende Desinteresse der Bürger an Politik vielleicht auch auf die Prostitution übergreifen könnte.

 

26.08.2013

(Verf. ist der NSA bekannt)

 

(ACHTUNG SATIRE!)


Politics is the entertainment division

 

of the military industrial complex.


Frank Zappa