Facebook-Nutzer überdurchschnittlich intelligent

Menlo Park, Kalif./USA und Regensburg, 7.1.2015

Wie erst jetzt bekannt wurde, beabsichtigte Facebook im vergangenen Jahr, das deutsche Internet-Journal Der Postillon zu kaufen. Marc Zuckerberg soll bereits am Silvesterabend 2013 in einem persönlichen Telefonat mit dem Herausgeber des Satire-Journals überraschend einen mittleren achtstelligen Dollar-Betrag angeboten haben. Er begründete sein großes Interesse damit, daß “Der Postillon” so positiv berichtet habe, häufige Facebook-Nutzung mache schlau.

Anfang 2014 schrieb Facebook dann eine Forschungsstudie aus, um das wissenschaftlich zu untermauern. Beauftragt wurde der international hoch angesehene deutsche Professor Dr. Dr. h. c. mult. Heribert Findeysen und sein Team im Institut für Experimentelle Soziologie in Regensburg. Die Ende des letzten Jahres abgeschlossene und nun veröffentlichte Untersuchung bestätigt, daß die Intelligenz von Facebook-Nutzern deutlich über der von Zeitungslesern liegt.

Neuartig an dieser Untersuchung und wegweisend für die moderne empirische sozialwissenschaftliche Forschung ist die für diese Zwecke eigens entwickelte Methodik. Auf der Basis eines multivariablen Social Interaction-Intelligence-Prediction-Modells können anhand nur weniger Items statistisch hoch gesicherte Korrelationen berechnet werden. Dabei zeigte sich, daß nicht nur die Intelligenz, sondern auch die Kommunikationsfähigkeit, die Kreativität und vor allem der Bildungsgrad von Menschen, die Facebook aktiv nutzen, überdurchschnittlich hoch ist.

Ausgewertet wurden 10 Millionen Facebook-Kommentare und 5.000 Leserbriefe in Tages- und Wochenblättern. Es zeigte sich, daß die Verfasser von Leserbriefen in der Regel weitschweifige und unpräzise Ausführungen machen, ehe sie - wenn überhaupt - auf den Punkt kommen. Da Leserbriefe von Redaktionen zudem meist stark gekürzt werden, um langweilige Überlängen und Wiederholungen zu entfernen, mußten die Daten der Zeitungsleser mit einem Equal-Value-Korrekturfaktor behandelt werden. Die Facekook-Kommentare seien hingegen “in mehr als 99 % der Fälle sehr kurz”, “sprachlich hoch kreativ und verdichtet”, man “käme sofort zum Wesentlichen”. Die hohe Informationsdichte und die sprachliche Vielfalt in Facebook-Kommentaren lasse darauf schließen, daß die Verfasser zum einen “Zusammenhänge äußerst schnell erfassen” und zum anderen ihre Aussagen und Emotionen “mit einem bemerkenswert hohen Maß an Einfallsreichtum” ausdrücken könnten. Auch wenn der Facebook-Beitrag, der kommentiert werde, selbst mehrere Seiten Text umfaßt, könnten ihn die meisten Verfasser von Kommentaren “blitzschnell analysieren” und würden sich dann “punktgenau auf das beschränken, was ihnen besonders wichtig sei”. Antworten würden daher nicht selten im Sekunden- oder Minutentakt eingehen.

Völlig überrascht waren die Wissenschaftler, als sie sich diejenigen Personen der Facebook-Stichprobe anschauten, die sehr häufig Andere kommentieren. Es sei äußerst erstaunlich, was ein einziger Facebook-Nutzer so alles beurteilen könne. Es gebe Personen, die “immer wieder über jedes beliebige Thema sehr kurze und zielgerichtete Kommentare” abgegeben hätten. Diese Ziele habe man in der Untersuchung allerdings nicht analysiert, da es nicht Auftrag der Studie war.

Durch das freundliche Entgegenkommen von Facebook  und NSA konnten die Wissenschaftler die Persönlichkeitsprofile der 350 intelligentesten Personen aus dieser Untersuchung einsehen. Dabei gab es eine weitere Überraschung, die für alle Bildungspolitiker ernüchternd ist: “Der Umfang des Schulabschlusses korreliert nicht mit den auf Facebook gezeigten Höchstleistungen”, d. h. für Spitzenleistungen bei Facebook braucht man kein Abitur oder Studium. Diese Ergebnisse werfen ein sehr zweifelhaftes Licht auf alle bisherigen PISA-Ergebnissen, an denen sich die Bildungspolitik bisher orientiert.

Für die Sozialwissenschaften stellt sich nun die weitergehende Frage, ob vielleicht die beiden Kategorien Kreativität und Intelligenz bei Nutzern von Twitter noch höher ausgeprägt sind, weil die Anzahl der Zeichen einer Twittermeldung eine noch stärkere Verdichtung der zu versendenden Informationen und daher noch mehr Gehirnleistung erfordert. Daß es zwischen Facebook- und Twitter-Nutzern beim Bildungsniveau Unterschiede gibt, ist nach Professor Findeysen allerdings eher unwahrscheinlich. Aber das will er in einer neuen Studie beweisen, die von Twitter finanziert wird und auch vom Bundesbildungsministerum aus PISA-Mitteln unterstützt werden soll.

Als das Ergebnis der Facebook-Untersuchung in der Öffentlichkeit bekannt wurde, schnellte der Aktienkurs von Facebook binnen wenigen Minuten um 0,15 Punkte nach oben. Auch die Kultusministerkonferenz hat bereits reagiert und fordert mehr Computerbildung in den Grundschulen und einen Facebook-Account für jedes Kind zur Einschulung. Der Verband Deutscher Zeitungsverleger ist zutiefst beunruhigt und will auf seiner nächsten Tagung im Mai, Notmaßnahmen beschließen. Neben rechtlichen Schritten erwägt man, bei einer konkurrierenden Wissenschaftlergruppe der Harvard-University eine Gegenstudie mit 10 Millionen Leserbriefen und 5.000 Facebook-Kommentaren in Auftrag zu geben. Diese Wissenschaftler haben sich mit einem ganz neu entwickelten Unequal-Value-Korrekturfaktor einen Namen gemacht.

Nachtrag:

 

Wie wir inzwischen in Erfahrung bringen konnten, hat “Der Postillon” am Silvesterabend 2014 das Kaufangebot von Facebook endgültig abgelehnt, da man wegen der steigenden Leserzahlen evtl. an die Börse gehen wolle und dann selbst erwäge, Facebook aufzukaufen.

 

(ACHTUNG SATIRE!)