Hat der 'ne Maise?

Kranich auf Maisacker - was will denn der da?

 

Ökologisch kontrastreicher kann ein Bild kaum sein: ein weithin als bedroht geltendes Objekt des Naturschutzes sucht Nahrung auf dem abgeernteten Feld dieser landwirtschaftlichen Monokultur. Vor einigen Jahren bei einer Zugfahrt von Hamburg nach Berlin sah ich sogar geschätzte 2.000 Kraniche auf einem Maisacker stehen. Also: Mais ist für Kraniche gut!

 

"Mais ist für alle gut!" so will uns die Mais-Lobby mit vielen Sachinformationen glauben machen. Der Legende nach soll ja sogar ein Inka-Gott den Menschen aus Mais geschaffen haben (freundliche persönliche Facebook-Mitteilung eines Mais-Freundes zu meinem Blog-Beitrag über "Syphilis in Schleswig-Holstein").

 

Es ist eigentlich verwunderlich, daß die Mais-Lobby noch nicht die nachweisliche Vermehrung des Kranichbestandes in Deutschland mit der Zunahme der Mais-Anbaufläche in Zusammenhang gebracht hat. Schon schreiben die Landwirtschaftskammern in einer Broschüre: "Als Beispiele für Arten, die z. B. in großen, strukturarmen Schlägen ein ideales Habitat vorfinden, seien hier die Weihenarten (Wiesen-, Rohr-, Korn-, und Steppenweihe) sowie Kranich, Ortolan und Wachtel genannt." Na also!

 

Das ist doch genauso plausibel, wie der Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Neugeborenen in Deutschland und die Abnahme der Störche, oder?  

 

In jedem Fall wäre die starke Vermehrung des lange so seltene Kranichs (weswegen er bereits kürzlich aus der Roten Liste der bedrohten Arten gestrichen werden konnte!) doch eine gute Gelegenheit, der breiten Öffentlichkeit den Maisanbau als bedeutende Artenschutzmaßnahme zur Förderung des Kranichs und anderer Liebhaber großer und strukturarmer Flächen zu verkaufen und dann vielleicht auch noch aus EU-Naturschutzmitteln Zuschüsse zu bekommen. 

Neben der Vergreisung der Bevölkerung kommt nun mit der "Vermaisung" auch die Verdummung. Wie war das noch: Syphilis greift auch das Gehirn an.