Tropennacht


Dunkelheit.
Die Sonne ist längst
hinter dem Horizont verschwunden.
Unbekannte Laute
wecken archaische Wachsamkeit.

Sicherheit
reicht nur noch so weit wie der Kerzenschein,
der dem Auge Orientierung
und dem Geist Festhalten am Vertrauten erlaubt,
mir eine trügerische Realität vorgaukelt.
Dahinter liegt das Unbekannte,
Fremde.

Erst wenn die Kerze
erloschen ist,
bin ich
Teil des Fremden,
indem meine Konzentration nun
voll auf das Dasein gelenkt ist,
auf die Gegenwart,
die mit ihren Lauten
zur vollen Schönheit erwacht.

Der milde Hauch der Tropennacht
streichelt mein Gemüt,
herabgefallene Sterne
*****
glimmen kurz zwischen den dunklen Zweigen
und erinnern mich
an jene Vergänglichkeit,
die mein Geist mir ständig
widerlegen will.

© U.J.
Nilambe, 17. September 2005