Dein Lied

 

Schläft Dein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
meine Welt hebt an zu singen,
sprech’ ich nur das Zauberwort.

Schläft Dein Bild in allen Bildern,
die sich formen Tag um Tag,
nur Dein Wort kann’s Sehnen mildern,
das ich in meinem Herzen trag.

Schläft Dein Duft in allen Blüten,
die sich öffnen auf der Welt,
keine Macht kann es verhüten,
daß ihr Pollen auf mich fällt.

Schläft Dein Kuß in der Berührung,
die so weich und wunderbar,
eine himmlische Verführung,
als ob nie eine Trennung war.

Schläft die Liebe in allen Winden,
die uns treiben in die Weit’,
können wir Erlösung finden
von vergangenem schwerem Leid.

(1. Strophe nach Eichendorffs „Schläft ein Lied …“)

 

© U.J.