Medizin + experimentelle Embryologie

Schriften:

  • U. JÜDES (1979): Krebsförderung durch Nicht-Karzinogene (Tumor-Promoter). 
    Naturwissenschaftliche Rundschau 32, 322-323.
  • U. JÜDES (1979): Chemische Karzinogenese: Wirkungen kleiner Dosen. 
    Naturwissenschaftliche Rundschau 32, 456-457.
  • U. JÜDES (1980): Tumor-Prophylaxe und Therapie durch chemische Inhibitoren. 
    Naturwissenschaftliche Rundschau 33, 145-146.
  • U. JÜDES, H. WINKING & A. GROPP (1980): Trisomy 7 of the mouse embryo.
    Mouse News Letter 63.
  • U. JÜDES (1981): Tiermodell der Trisomie 21. 
    Naturwissenschaftliche Rundschau 34, 72-73.
  • U. JÜDES (1981): Embryo-banking - Tieftemperaturkonservierung lebender Embryonen. 
    Naturwissenschaftliche Rundschau 34, 152-154.
  • U. JÜDES (1981): Wachstum und Entwicklung. Berichterstattung über die 111. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Hamburg 1980.
    Naturwissenschaftliche Rundschau 34, 247-251.
  • U. JÜDES (1981): Nur geringe Chromosomen-Unterschiede zwischen Mensch und Affe. 
    Umschau in Wissenschaft und Technik 81, 311-312.
  • U. JÜDES & A. GROPP (1981): The present status of embryo banking in Lübeck.
    In: G.H. ZEILMAKER (ed.): Frozen Storage of Laboratory Animals. G. Fischer: Stuttgart-New York 1981.
  • U. JÜDES, U. KOLBUS, C. BAUER & A. GROPP (1981):  Kryopreservation of mouse embryos in Lübeck.
    Mouse News Letter 65.
  • U. JÜDES (1982): Manipulation der menschlichen Fortpflanzung.
    Unterricht Biologie 6, 90-97.
  • U. JÜDES (1982): "Kopfaktivator" bei Mensch und Polyp identisch. 
    Bild der Wissenschaft 19, 5.
  • U. JÜDES (1983): Von wilden Mäusen und mongoloiden Menschen. 
    Umschau 83 (25/26), 756-757.

Aus dem Vorwort

„Retortenbaby", für den einen eine neue Hoffnung auf Erfüllung des bisher vergeb­lichen Wunsches nach einem eigenen Kind, für einen anderen eine bedenkliche Entwicklung in der modernen Medizin, ein „zweiter biblischer Sündenfall", für einen dritten eine Chance zur wissenschaftlichen Profilierung, für einen vierten ein weiterer Schritt zur Verwirklichung einer „genetischen Utopie" . . . Die möglichen Aspekte dieses Themas sind vielfältig und für einen einzelnen Menschen schwer zu durchschauen. Deshalb erschien es mir sinnvoll, einmal dazu Beiträge verschiedener Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammenzubringen, ohne jedoch eine zusammenfassende Bewertung vorzunehmen. Dieses bleibt dem Leser, der sich zum Thema eine Meinung bilden möchte, selbst vorbehalten.

Da die „Retortenbaby"-Methode nicht isoliert zu sehen ist, werden im ersten Kapitel (vom Herausgeber des Buches) verschiedene Wege vorgestellt, auf denen der Mensch Eingriffe in die Fortpflanzung vornimmt. Dieser zentrale Lebenspro­zeß, bei dem genetische Information als Steuerungseinheit des Lebens in Abhängig­keit von der momentanen Umwelt weitergegeben wird und neue Individuen entste­hen läßt, war schon seit langer Zeit Ziel von Manipulationsversuchen durch den Menschen bei sich selbst, aber auch bei Pflanzen und Tieren. Heute jedoch greift der Mensch auf zellulärer und molekularer Ebene ein. Hier stellt sich nun in beson­derem Maße die Frage nach der Verantwortbarkeit, aber auch der Verantwortlich­keit.

In den Kapiteln II und III stellen Ärzte (Priv.-Doz. Dr. Diedrich und Prof. Dr. Krebs sowie Prof. Dr. Mettler), die in Lübeck und Kiel bei Patienten die In-vitro-Fertilisation und die Embryotransfers durchführen, ihre Behandlungsmethoden im medizinischen Zusammenhang vor.

Im Kapitel IV nimmt ein weiterer Arzt (Prof. Dr. Schwinger) aus humangeneti­scher Sicht zu diesem Verfahren Stellung, weist auf Unsicherheiten und Gefahren­punkte hin und wägt ihre Bedeutung ab.

Um die In-vitro-Fertilisation und den Embryotransfer in einen experimental-bio-logischen Zusammenhang einzuordnen, wird im Kapitel V aufgezeigt, welche biolo­gischen Möglichkeiten heute im Tierexperiment gegeben sind. Im Kapitel VI von Prof. Dr. Hahn werden speziell die biologischen und methodischen Grundlagen der In-vitro-Fertilisation, der Embryokultivierung und des Embryotransfers erläutert. Ein Kapitel (VII) von Prof. Dr. Traut über experimentell-genetische Manipulations­möglichkeiten rundet den naturwissenschaftlichen Teil des Buches ab.

Im zweiten Teil des Buches geht es neben juristischen und sozialwissenschaftlich-psychologischen auch um ethische Aspekte der extrakorporalen Befruchtung. Prof. Dr. Ostendorf untersucht zunächst, ob in strafrechtlicher, privatrechtlicher und versicherungsrechtlicher Hinsicht Probleme bei der Anwendung dieser Methoden in der Humanmedizin entstehen und macht Vorschläge für die Gesetzgebung. Prof. Dr. Lukesch unterzieht die medizinische Praxis und die persönlich-familiären Bedingungen einer umfassenden sozialpsychologischen Beurteilung. In den letzten beiden Kapiteln kommen ein evangelischer (Dr. Eibach) und ein katholischer Theo­loge (Prof. Dr. Gründel) zu Wort und stellen die in den modernen Naturwissen­schaften häufig vernachlässigten ethischen Aspekte dar.

Grundlegende biologische Fakten und methodische Daten sind außerhalb von Fachkreisen unbekannt; nur so konnte die Bezeichnung „Retortenbaby" entstehen. Andererseits werden psychologische und ethische Fragen im Einzelfall der medizini­schen Behandlung häufig zu wenig berücksichtigt. Patienten und Ärzte sind viel­leicht überfordert. Dieses Buch möchte deshalb sachlich über die verschiedenen Aspekte informieren. Es versucht, einen Überblick über das Thema „Retortenbaby" zu bieten, aber weiterhin auch Ansatzpunkte und Hinweise für ein tieferes Eindringen in Einzelaspekte und Randbereiche zu geben.

  • U. JÜDES (1983): Eingriffe in die Fortpflanzung.
    In: U. JÜDES (Hrsg.): In-vitro-Fertilisation und Embryotransfer (Retortenbaby). S. 13-23. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft: Stuttgart.

 

  • U. JÜDES (1983): Experimentelle Manipulation von Keimzellen und Embryonen bei Säugetieren.
    In: U. JÜDES (Hrsg.): In-vitro-Fertilisation und Embryotransfer (Retortenbaby). S. 81-111. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft: Stuttgart.
  • U, JÜDES (1989); Zur Situation der Fledermaus-Tollwut in Schleswig-Holstein.
    Gutachten im Auftrag des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege Schleswig-Holstein. 63 S.