Kreatives Schreiben

Schon immer hat mich neben dem Lesen auch das Schreiben fasziniert. Leider waren einige Schuljahre am Gymnasium in dieser Hinsicht ziemlich verloren, da der Unterricht im Fach Deutsch von weltkriegsüberlebenden Hilfslehrern mit Hauptfach Sport gegeben wurde und wenig anregend und kreativitätsfördernd aussah. Trotzdem konnte dies nicht verhindern, dass ich zuhause heimlich zum Stift griff und zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr zahlreiche Gedichte und kurze Geschichten schrieb. In der Oberstufe konnte zwar ein engagierter Deutschlehrer mit moderner deutscher Literatur mein literarisches Interesse noch einmal aufwecken, so dass ich sogar kurz für später ein Germanistikstudium erwog. Doch überwogen nach dem Abi meine naturwissenschaftlichen Interessen und sportliche Aktivitäten. Die frühen Werke meines "künstlerischen Schaffens" gingen leider (aber vielleicht auch glücklicherweise) alle verloren. 

 

 

Das Schreiben beschränkte sich dann mehr als 30 Jahre lang auf wissenschaftliche Texte. Erst nach Überschreiten der Lebensmitte und mit dem erstaunlichen Erleben einer zweiten "Pubertät" entwickelte der schöngeistige Bereich neue Kraft und setzte in einer zweiten Phase des kreativen Schreibens neue Knospen an.

Resonanz - der Andere in mir ...
Resonanz - der Andere in mir ...

  

Kreatives Schreiben ist für mich eine Methode der (geistigen, emotionalen und spirituellen) Selbstkontrolle und Entwicklung. Anders als bei wissenschaftlichen Texten werden bei Gedichten, Geschichten, Essays und Aphorismen Objekte oder Ideen subjektiv, aber mit einer erweiterten, manchmal auch wechselnden Perspektive betrachtet.

 

Gedichte und Aphorismen sind Ausdrucksmittel für kondensierte Gefühls- und Bewusstseinsprozesse. Notate spiegeln als "Blitzlichter eines Augenblicks" besondere Momente oder Situationen wider. Sie dienen zudem zur Entfaltung von Ideen und Inspirationen oder manchmal einfach nur zur Mitteilung von subtilen Beobachtungen und Erfahrungen. Indem diese möglichst „auf den Punkt gebracht“ werden müssen, bewirkt das Schreiben eine geistige Präzisierung von Unklarem, Unscharfem oder von nicht auf den ersten Blick Sichtbarem. Das Prozesshafte zeigt sich darin, dass sie nachträglich - auch mehrfach - verändert wurden oder ergänzt werden.

 

Beim Verfassen meiner Gedichte stand meist die Form, sondern der Inhalt im Vordergrund. Nur wenigen entsprechen klassischen Gedichtformen.

 

Aphorismen enthalten Einsichten (Lichtblicke), die zu kurzen Sinnsprüchen verdichtet wurden. Hier handelt es sich sozusagen um inter-subjektive Verallgemeinerungen. 

 

Das oben Gesagte gilt weniger für die Geschichten und Essays, die ausführlicher beschreiben, was der Autor gesehen hat oder meint. Im besten Fall geleiten sie den Leser zu einer vielleicht überraschenden Erkenntnis oder Erfahrung.

 

Ein Extremfall des kreativen Schreibens stellt die Satire dar, die mir persönlich sowohl als Autor wie auch als Leser gehaltvoller Internetseiten hilft, mit den Absurditäten des Alltags und den Perversionen der Wachstumsideologie fertig zu werden.

 

Kostproben meiner nicht-wissenschaftlichen Schreibphase finden sich hier.

Wer ist das?

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